Dezember 22, 2020

Weihnachtszeit

Heiliger Abend Epistel: Römer 1,1-6 || Evangelium: Matthäus 1,18-25

In der Epistel weist der Apostel Paulus in das Alte Testament, wo Gott der HERR durch die Propheten seine Menschwerdung ankündigen lässt. Schon in Gegenwart Adam und Evas hatte er unmittelbar nach dem Sündenfall zugesagt, den Erlöser zu senden, der „der Schlange den Kopf zertritt“, d.h. dem Satan die Macht über die Menschen nimmt. Der Retter sollte Kindeskind Evas sein und zugleich die göttliche Macht besitzen, an Statt der Verlorenen den Kampf zu kämpfen und für sie den Teufel zu besiegen. Im Laufe der Geschichte kündigte Gott den Messias noch klarer an: wo er geboren werden sollte, was er tun würde und dass er aus dem Geschlecht Davids kommen würde. Der Apostel als einer der Augen- und Ohrenzeugen der Erfüllung all dieser Weissagungen ist von Gott gesandt, den gekommenen Heiland zu predigen.
Das Evangelium berichtet die Erfüllung und weist auf eine der vielen Verheißungen, auf Jesajas Wort von der schwangeren Jungfrau.

Christfest Epistel: Titus 2,11-14 || Evangelium: Lukas 2,1-14

Die Epistel lehrt, dass die „heilsame Gnade Gottes“ in Jesus von Nazareth erschienen ist. Er ist der Christus, der Messias, d.h. der Gesalbte Gottes. Er ist von Gott gesandt, dass er die Sünder aus der Gefangenschaft des Bösen erlöste, indem er für sie das von Gott geforderte Sühnopfer bringt. Damit ist alles getan, was nötig ist, damit die in Sünde gebundenen Menschen zur Freiheit der Kinder Gottes gelangen können und selig werden. Gott hat alles getan, hat alle Gaben gegeben und spendet täglich aus der Fülle seiner Kraft und Gnade, damit die bereits Geretteten auch bei ihm bleiben. So sollen wir Christen unsererseits ganz bewusst alles ungöttliche Wesen verleugnen, um nicht durch eigene Schuld wieder in den Machtbereich des Satans zu fallen. Dabei hilft uns besonders der Blick in die Zukunft, nämlich dass Christus wiederkommen und uns heimholen wird in die ewige Seligkeit. Wer bewusst darauf wartet, bemüht sich auch, bereit zu sein. So feiern wir das Christfest recht und Gott wohlgefällig, wenn wir uns an seine Heilstaten erinnern und Christi Kommen in diese Welt bedenken – und nicht aus den Augen verlieren, dass er wiederkommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten.

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Sonntag nach Weihnachten Epistel: Galater 4,1-7 || Evangelium: Lukas 2,22-40

„Hitze“ nennt Gottes Wort die Angriffe um des Glaubens willen, die die Christen ertragen müssen. In der Epistel wird „schmähen“ genannt, d.i. wenn Gottlose die Christen um des Glaubens willen verhöhnen und verspotten. Ursache dafür ist, dass die ungläubigen Menschen im Reich und unter der Herrschaft des Feindes Gottes leben und ihm dienen. Sie spüren den Zwiespalt zwischen dem, wozu auch ihr Gewissen sie mahnt und ihrem sündigen Leben: „Das befremdet sie, dass ihr nicht mit ihnen lauft in dasselbige wüste, unordentliche Wesen, und lästern“ (1.Petr. 4,4). Ein solches Leiden um Christi willen gehört zum Christsein. Vor jeglichem Leiden um wirklich boshafter Dinge willen soll sich ein Christ hüten und sich schämen, wenn er mit einem unordentlichen straffälligen Leben dem HERRn Christus und dem christlichen Glauben verunehrt.

Christus spricht: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnt werden! Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind“ (Matth. 5,11.12).

Er kündigt an: „Der Knecht ist nicht größer denn, sein Herr. Haben sie mich verfolgt, sie werden euch auch verfolgen“ (Joh. 15,20).

Davon spricht das Evangelium, wie der Heiland schon als kleines Kind verfolgt wurde und deswegen fliehen musste und wie um seinetwillen sogar etliche Kinder zu Bethlehem ermordet wurden. Auch zur Zeit des alten Bundes gab es Verfolgung aus Neid und aus Hass gegenüber den Gläubigen. Zum Beispiel ermordete Kain den Abel aus Neid über dessen gnadenvolles Verhältnis zu Gott (1.Mose 4,4f.) und die hebräischen Knaben wurden in Ägypten getötet aus Hass gegen das Volk Gottes. So wurde auch Mose schon als kleines Kindlein verfolgt, der später das Volk aus der Sklaverei führen sollte. In alter Zeit hatte Mose geweissagt: „Einen Propheten wie mich wird der HErr, dein GOtt, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern, dem sollt ihr gehorchen“ (5.Mose 18,15). Hierin gleicht er dem HERRn Christus, und dieser erfüllt durch seine Flucht nach Ägypten dieses Wort.