Juli 27, 2019

Böse Sehnsüchte im Herzen – wie soll ich damit umgehen?

Dem Wort gib dich gefangen. Was es verbieten tut, nach dem hab kein Verlangen; was es dich heißt, ist gut. Wer darin tut abscheiden, der lebet darin ewiglich bei Christo in den Freuden. (LG 269,3)

Hab „kein Verlangen“ – und doch ist dieses Verlangen da. Es ist die Sehnsucht des alten Menschen in uns, unseres „alten Adams“. Er brennt darauf, GOttes Willen zu missachten und zu übertreten.

Christus spricht: Denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerung. (Matthäus 15,19)

So wie das 9. und das 10. Gebot mit den Worten beginnen: Du sollst nicht begehren…, so sollen wir auch kein Verlangen haben nach allem anderen, was GOttes Wort verbietet, was also Sünde ist!

Und doch steigt aus unserem Herzen eben dieses Verlangen auf.
Wir es nicht stark genug bekämpft und zurückgedrängt, dann kann aus dem Sehnen schnell auch die Tat werden!

Kennst und fühlst du das alles, dann wisse: Nicht nur du wirst vom Teufel auf diese Art angefochten. Es ging auch dem Apostel Paulus so. Er schreibt: Denn ich weiß, dass in mir, das ist, in meinem Fleisch, wohnt nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. (Römer 7,18+19).

Und der Apostel Petrus schreibt: Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. (1.Petrus 5,9+10).

Es geht auch unseren Glaubensgeschwistern weltweit so. Was wir da empfinden und erleben ist also nicht ein Anzeichen dafür, dass wir keine Christen sind! Solche Gedanken kommen einem ja oft.
Aber darum mahnt unser HErr uns: Aber du, Gottesmensch, fliehe das! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut! Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist… (1.Timotheus 6,12).

Kraft deiner Taufe geschieht, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinheit vor Gott ewig lebe. (Kleiner Katechismus, zur Taufe).

Das ist nämlich die Folge der Wiedergeburt und Bekehrung: Dass du dich als ein Sünder vor GOtt erkennst und dennoch Trost schöpfst. Denn Christus ist nicht für Gerechte gekommen, sondern für verlorene Sünder! Er ist der Erlöser und Heiland für uns Sünder. Gehören wir durch den Glauben zu ihm, so sind wir immer noch Sünder – nicht verlorene, sondern erlöste Sünder.

Du sollst dich als ein erlöstes Kind GOttes, das unter großen Anfechtungen zu leiden hat, an deine Taufe erinnern, ja kraft deiner Taufe das Böse fliehen. Mit Bibellesen und Beten kämpfe gegen dein eigenes böses Herz, gegen die Versuchungen zum Bösen!

Und der HErr Christus lehrt dich beten: „Vater unser im Himmel… Führe uns nicht in Versuchung!“

Was heißt das?
Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns Gott wolle behüten und erhalten, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben [Unglaube, falscher Glaube], Verzweiflung und andere große Schande und Laster ; und wenn wir damit angefochten würden, dass wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.

Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (1.Petrus 5,10+11)