Es gibt einen Gott.

Das weißt du. Das weiß jeder Mensch. Denn jeder Mensch sieht die wunderbare Schöpfung. Also weiß jeder Mensch, daß es einen Gott, einen wunderbaren Gott geben muß, der alles geschaffen hat und noch erhält.

Darum sagt die Bibel: „Daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also daß sie keine Entschuldigung haben“, Röm. 1, 19.20. „Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott“, Hebr. 3, 4.

Was ist Gott ?

Gott ist ein unsichtbares Wesen, ein Geist. „Gott ist ein Geist“, sagt die Bibel Joh. 4, 24. Du kannst Gott nicht sehen, darfst auch nicht denken, daß er so oder so aussieht. Gott hat keinen Leib wie ein Mensch; er hat überhaupt keine Leiblichkeit.

Und Gott ist ewig. Er ist ohne Anfang und ohne Ende. Er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Bibel sagt: „HErr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit“, Ps. 90, 2. Gott ist unveränderlich, immer und ewig derselbe. „Du bleibest, wie du bist“, Ps. 102, 28.

Und Gott ist allgegenwärtig. Er ist überall. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist. In der Bibel sagt Gott selbst so: „Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der HErr, und nicht ein Gott, der ferne sei? Meinest du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der HErr. Bin ich´s nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der HErr“, Jer. 23, 23. 24. Und die Bibel sagt: „Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten“, Ps. 139, 7­­–10.

Und Gott ist allmächtig. Gott kann alles tun, auch was dir ganz unmöglich scheint. „Bei Gott ist kein Ding unmöglich“, sagt die Bibel Luk. 1, 37.

Und Gott ist allwissend. Er weiß alles. Er ist von unendlicher Weisheit. Die Bibel sagt: „HErr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißest du es; du verstehest meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, daß du, HErr, nicht alles wissest. . . . Spräche ich: Finsternis möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein. Denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht“, Ps.139, 1– 4.11.12.

Und Gott ist heilig. Er ist nicht unheilig, sündig, wie wir. Er ist von fleckenloser Heiligkeit. „Heilig, heilig, heilig ist der HErr Zebaoth“, sagt die Bibel Jes. 6, 3.

Und Gott ist gerecht. Er tut kein Unrecht. Er tut niemand Unrecht. Er belohnt das Gute, er straft das Böse. „Du, HErr, bist gerecht; wir aber müssen uns schämen“, heißt es in der Bibel Dan.9, 7.

Und Gott ist wahrhaftig. Er lügt nicht. Was er sagt, das ist die Wahrheit. Was er verspricht, das hält er. „Des HErrn Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiß“, sagt die Bibel Ps. 33, 4.

Und Gott ist gütig, barmherzig und gnädig. „Gott ist die Liebe“, sagt die Bibel 1 Joh.4, 8. Gott ist die Liebe selbst. Gott ist ein Meer von lauter Liebe. Alle Liebe, die du auf Erden findest, ist nur ein schwacher Schatten der Liebe Gottes. — Aber davon wollen wir später mehr und die rechte, volle Wahrheit hören.

Nun, alles, was eben von Gott gesagt ist, das weißt und ahnst du von Natur, das weiß und ahnt jeder Mensch von Natur, das ist in jedes Menschen Herz geschrieben, das gehört zu der natürlichen Gotteserkenntnis.

Dazu gehört auch die natürliche Erkenntnis des Gesetzes Gottes.

Jeder Mensch weiß von Natur etwas von dem Gesetze Gottes. Das Gesetz Gottes — was ist das? Das ist der Wille Gottes, wie wir sein und was wir tun und nicht tun sollen. Davon weiß jeder Mensch etwas von Natur. Es ist ihm ins Herz geschrieben.

Das zeigt das Gewissen, das doch, stärker oder schwächer, in jedem Menschen ist. Tust du etwas Gutes, so bist du zufrieden. Tust du aber etwas Böses, so klopft dein Herz, so hast du ein böses Gewissen, auch wenn sonst niemand weiß, was du getan hast. Woher kommt das? Das kommt daher, daß du von Gott und von dem Gesetze Gottes weißt, daß dir dies ins Herz geschrieben ist.

Von der natürlichen Erkenntnis des Gesetzes Gottes zeugt auch die elterliche Zucht, daß die Eltern ihre Kinder vom Bösen ab- und zum Guten ziehen wollen; und ebenso die göttliche Ordnung der Obrigkeit, welche, wie die Bibel sagt, „ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut“, Röm. 13, 4. Davon zeugt auch die Moral- oder Sittenlehre, die doch mehr oder weniger auf Erden im Schwange geht.

Daß jeder Mensch von Natur etwas vom Gesetze Gottes weiß, das sagt die Bibel mit folgenden Worten: „Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben“ (das heißt, die sonst nichts vom Gesetz Gottes gelernt haben) „und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie ihnen selbst ein Gesetz damit, daß sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen, auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen . . . richten wird“, Röm. 2, 14–16.

Und so hat also jeder Mensch von Natur eine Erkenntnis von Sünde und Schuld und von dem Gerichte Gottes nach dem Tode. Darum sagt die Bibel von den gottlosen und frech sündigenden Heiden: „Die Gottes Gerechtigkeit wissen, daß, die solches tun, des Todes würdig sind“, und: „Sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen, auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen richten wird“, Röm.1, 32; 2, 15.16.—

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet der Atheismus. Der Atheismus ist die freche Gottlosigkeit derer, die wider ihr eigenes, ihnen angeborenes besseres Wissen und Gewissen sagen: „Es gibt keinen Gott.“ Von diesen Atheisten sagt die Bibel: „Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen“, Ps. 14, 1.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch der Götzendienst der Heiden. Höre, was die Bibel davon sagt: „Dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepreiset als einen Gott noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel worden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit“ usw., Röm. 1, 21–24.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch der moderne Agnostizismus. Der Agnostizismus ist das freche und mutwillige Nichtswissenwollen derer, die wider ihr eigenes, ihnen angeborenes besseres Wissen und Gewissen sagen: „Ob es einen Gott gibt oder nicht; woher die Welt kommt; ob es ein Leben nach dem Tode gibt oder nicht: das, und was damit zusammenhängt, können wir ja doch nicht gewiß wissen; davon wollen wir also auch nichts wissen.“ Dieser Agnostizismus ist heutzutage Mode. Auf die Agnostiker paßt, was die Bibel sagt: „Gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn“, Röm. 1, 28.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch der freche und zügellose Sündendienst derer, die da sagen: „Laßt uns das Leben genießen! Man lebt nur einmal. Laßt uns essen und trinken, laßt uns huren und buben, denn morgen sind wir tot!“ Von denen sagt die Bibel: „Die Gottes Gerechtigkeit wissen, daß, die solches tun, des Todes würdig sind, tun sie es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun“, Röm. 1, 32.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch alle Gleichgültigkeit, daß man sorglos dahinlebt, sich nur um zeitliche und irdische Dinge kümmert, Gott einen guten Mann sein läßt, das Gesetz Gottes nicht achtet, es mit der Sündenschuld leicht nimmt, das bevorstehende Gericht aus den Augen setzt und etwa spricht: „Ich gehe mit der großen Armee. Wie es so vielen gehen wird, so mag´s mir auch gehen.“ — Wie, du eitler Mensch? Ist dir dazu ins Herz geschrieben, daß es einen Gott, einen ewigen, allgegenwärtigen, allmächtigen, allwissenden, heiligen, gerechten, wahrhaftigen, gütigen, barmherzigen und gnädigen Gott gibt? Ist dir dazu das Gesetz Gottes ins Herz geschrieben, das dir auch deine Sünde und Schuld zeigt und das Gericht droht?

Wozu soll vielmehr die natürliche Gotteserkenntnis den Menschen dienen?

Sie soll dazu dienen, daß die Menschen die Sünde erkennen, bereuen und scheuen, daß sie das Gericht Gottes fürchten und daß sie Gott suchen, ob sie ihn doch fühlen und finden möchten.

Die Bibel sagt: „Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, sintemal er ein HErr ist Himmels und der Erden, wohnet er nicht in Tempeln, mit Händen gemacht. Sein wird auch nicht von Menschenhänden gepfleget, als der jemandes bedürfe, so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben gibt. Und hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen, wie lang und weit sie wohnen sollen, daß sie den HErrn suchen sollten, ob sie ihn doch fühlen und finden möchten. Und zwar, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir“, Apost. 17, 24–28.

So suche denn deinen Gott, o Menschenkind, mit ganzem Ernst, mit schreiendem Verlangen!

Und ich will dir einen vollkommenen Weg zeigen, auf dem du ihn finden kannst.

Das 1. Kapitel.

Von der natürlichen Gotteserkenntnis.

Es gibt einen Gott.

Das weißt du. Das weiß jeder Mensch. Denn jeder Mensch sieht die wunderbare Schöpfung. Also weiß jeder Mensch, daß es einen Gott, einen wunderbaren Gott geben muß, der alles geschaffen hat und noch erhält.

Darum sagt die Bibel: „Daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also daß sie keine Entschuldigung haben“, Röm. 1, 19.20. „Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott“, Hebr. 3, 4.

Was ist Gott ?

Gott ist ein unsichtbares Wesen, ein Geist. „Gott ist ein Geist“, sagt die Bibel Joh. 4, 24. Du kannst Gott nicht sehen, darfst auch nicht denken, daß er so oder so aussieht. Gott hat keinen Leib wie ein Mensch; er hat überhaupt keine Leiblichkeit.

Und Gott ist ewig. Er ist ohne Anfang und ohne Ende. Er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Bibel sagt: „HErr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit“, Ps. 90, 2. Gott ist unveränderlich, immer und ewig derselbe. „Du bleibest, wie du bist“, Ps. 102, 28.

Und Gott ist allgegenwärtig. Er ist überall. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist. In der Bibel sagt Gott selbst so: „Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der HErr, und nicht ein Gott, der ferne sei? Meinest du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der HErr. Bin ich´s nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der HErr“, Jer. 23, 23. 24. Und die Bibel sagt: „Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten“, Ps. 139, 7­­–10.

Und Gott ist allmächtig. Gott kann alles tun, auch was dir ganz unmöglich scheint. „Bei Gott ist kein Ding unmöglich“, sagt die Bibel Luk. 1, 37.

Und Gott ist allwissend. Er weiß alles. Er ist von unendlicher Weisheit. Die Bibel sagt: „HErr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißest du es; du verstehest meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, daß du, HErr, nicht alles wissest. . . . Spräche ich: Finsternis möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein. Denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht“, Ps.139, 1– 4.11.12.

Und Gott ist heilig. Er ist nicht unheilig, sündig, wie wir. Er ist von fleckenloser Heiligkeit. „Heilig, heilig, heilig ist der HErr Zebaoth“, sagt die Bibel Jes. 6, 3.

Und Gott ist gerecht. Er tut kein Unrecht. Er tut niemand Unrecht. Er belohnt das Gute, er straft das Böse. „Du, HErr, bist gerecht; wir aber müssen uns schämen“, heißt es in der Bibel Dan.9, 7.

Und Gott ist wahrhaftig. Er lügt nicht. Was er sagt, das ist die Wahrheit. Was er verspricht, das hält er. „Des HErrn Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiß“, sagt die Bibel Ps. 33, 4.

Und Gott ist gütig, barmherzig und gnädig. „Gott ist die Liebe“, sagt die Bibel 1 Joh.4, 8. Gott ist die Liebe selbst. Gott ist ein Meer von lauter Liebe. Alle Liebe, die du auf Erden findest, ist nur ein schwacher Schatten der Liebe Gottes. — Aber davon wollen wir später mehr und die rechte, volle Wahrheit hören.

Nun, alles, was eben von Gott gesagt ist, das weißt und ahnst du von Natur, das weiß und ahnt jeder Mensch von Natur, das ist in jedes Menschen Herz geschrieben, das gehört zu der natürlichen Gotteserkenntnis.

Dazu gehört auch die natürliche Erkenntnis des Gesetzes Gottes.

Jeder Mensch weiß von Natur etwas von dem Gesetze Gottes. Das Gesetz Gottes — was ist das? Das ist der Wille Gottes, wie wir sein und was wir tun und nicht tun sollen. Davon weiß jeder Mensch etwas von Natur. Es ist ihm ins Herz geschrieben.

Das zeigt das Gewissen, das doch, stärker oder schwächer, in jedem Menschen ist. Tust du etwas Gutes, so bist du zufrieden. Tust du aber etwas Böses, so klopft dein Herz, so hast du ein böses Gewissen, auch wenn sonst niemand weiß, was du getan hast. Woher kommt das? Das kommt daher, daß du von Gott und von dem Gesetze Gottes weißt, daß dir dies ins Herz geschrieben ist.

Von der natürlichen Erkenntnis des Gesetzes Gottes zeugt auch die elterliche Zucht, daß die Eltern ihre Kinder vom Bösen ab- und zum Guten ziehen wollen; und ebenso die göttliche Ordnung der Obrigkeit, welche, wie die Bibel sagt, „ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut“, Röm. 13, 4. Davon zeugt auch die Moral- oder Sittenlehre, die doch mehr oder weniger auf Erden im Schwange geht.

Daß jeder Mensch von Natur etwas vom Gesetze Gottes weiß, das sagt die Bibel mit folgenden Worten: „Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben“ (das heißt, die sonst nichts vom Gesetz Gottes gelernt haben) „und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie ihnen selbst ein Gesetz damit, daß sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen, auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen . . . richten wird“, Röm. 2, 14–16.

Und so hat also jeder Mensch von Natur eine Erkenntnis von Sünde und Schuld und von dem Gerichte Gottes nach dem Tode. Darum sagt die Bibel von den gottlosen und frech sündigenden Heiden: „Die Gottes Gerechtigkeit wissen, daß, die solches tun, des Todes würdig sind“, und: „Sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen, auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen richten wird“, Röm.1, 32; 2, 15.16.—

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet der Atheismus. Der Atheismus ist die freche Gottlosigkeit derer, die wider ihr eigenes, ihnen angeborenes besseres Wissen und Gewissen sagen: „Es gibt keinen Gott.“ Von diesen Atheisten sagt die Bibel: „Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen“, Ps. 14, 1.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch der Götzendienst der Heiden. Höre, was die Bibel davon sagt: „Dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepreiset als einen Gott noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel worden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit“ usw., Röm. 1, 21–24.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch der moderne Agnostizismus. Der Agnostizismus ist das freche und mutwillige Nichtswissenwollen derer, die wider ihr eigenes, ihnen angeborenes besseres Wissen und Gewissen sagen: „Ob es einen Gott gibt oder nicht; woher die Welt kommt; ob es ein Leben nach dem Tode gibt oder nicht: das, und was damit zusammenhängt, können wir ja doch nicht gewiß wissen; davon wollen wir also auch nichts wissen.“ Dieser Agnostizismus ist heutzutage Mode. Auf die Agnostiker paßt, was die Bibel sagt: „Gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn“, Röm. 1, 28.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch der freche und zügellose Sündendienst derer, die da sagen: „Laßt uns das Leben genießen! Man lebt nur einmal. Laßt uns essen und trinken, laßt uns huren und buben, denn morgen sind wir tot!“ Von denen sagt die Bibel: „Die Gottes Gerechtigkeit wissen, daß, die solches tun, des Todes würdig sind, tun sie es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun“, Röm. 1, 32.

Gegen diese natürliche Erkenntnis Gottes streitet auch alle Gleichgültigkeit, daß man sorglos dahinlebt, sich nur um zeitliche und irdische Dinge kümmert, Gott einen guten Mann sein läßt, das Gesetz Gottes nicht achtet, es mit der Sündenschuld leicht nimmt, das bevorstehende Gericht aus den Augen setzt und etwa spricht: „Ich gehe mit der großen Armee. Wie es so vielen gehen wird, so mag´s mir auch gehen.“ — Wie, du eitler Mensch? Ist dir dazu ins Herz geschrieben, daß es einen Gott, einen ewigen, allgegenwärtigen, allmächtigen, allwissenden, heiligen, gerechten, wahrhaftigen, gütigen, barmherzigen und gnädigen Gott gibt? Ist dir dazu das Gesetz Gottes ins Herz geschrieben, das dir auch deine Sünde und Schuld zeigt und das Gericht droht?

Wozu soll vielmehr die natürliche Gotteserkenntnis den Menschen dienen?

Sie soll dazu dienen, daß die Menschen die Sünde erkennen, bereuen und scheuen, daß sie das Gericht Gottes fürchten und daß sie Gott suchen, ob sie ihn doch fühlen und finden möchten.

Die Bibel sagt: „Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, sintemal er ein HErr ist Himmels und der Erden, wohnet er nicht in Tempeln, mit Händen gemacht. Sein wird auch nicht von Menschenhänden gepfleget, als der jemandes bedürfe, so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben gibt. Und hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen, wie lang und weit sie wohnen sollen, daß sie den HErrn suchen sollten, ob sie ihn doch fühlen und finden möchten. Und zwar, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir“, Apost. 17, 24–28.

So suche denn deinen Gott, o Menschenkind, mit ganzem Ernst, mit schreiendem Verlangen!

Und ich will dir einen vollkommenen Weg zeigen, auf dem du ihn finden kannst.

Von MarTinus